22
Apr
2013

Besser spät als nie!

Zwei Wochen habe ich nichts geschrieben. Zwei Wochen in denen nicht all zu viel passiert ist. Vor allem keine Gehaltszahlung. Kurzes Update:
Die Bank hat meinen Namen ohne ue geschrieben. Da hier in China aber sowohl der Name als auch die Konto-Nummer stimmen müssen, konnte nichts überwiesen werden. So kommt zu der Beschissenheit des Vorganges auch noch dieses kleine Extra hinzu. Konkret heiβt das, dass es VIELLEICHT am nächsten Freitag Geld gibt.

Jetzt aber weg vom Geld und hin zu den wirklich wichtigen Dingen des Lebens. Streuβelkuchen! StreusselkuchenJa die Versorgungslage mit dem kostbaren Gut ist recht dünn hier in China. Da kommt es natürlich gerade recht, wenn die Mitbewohnerin einen kleinen E-Ofen anschafft. Das hätte meine Oma sicher nicht gedacht, dass ihr Rezept es zu ihren Lebzeiten noch ins ferne China schafft.
Das Backen gestaltete sich etwas schwierig. Zum einen ist Butter hier in diesem Land, in welchem Milchprodukte erst nach und nach die Kühlregale erobern, ein teures Lebensmittel (200g für 2€) und zum anderen hatten wir natürlich keinerlei Mess- und Wägeutensilien im Haus. Allen die behaupten, dass es sich beim Backen eines Kuchens um exakte Wissenschaft handelt muss ich leider enttäuschen. Die Schätzometrie hat wieder einmal gesiegt. Kein Messen, beschissener 25€ Ofen – perfekter Streuβelkuchen! (übrigens behaupte das nicht nur ich. Meine Mitbewohner waren begeistert)

Eine meiner Kolleginnen hat die Abteilung gewechselt und daher hatte ich mein erstes Firmendinner. Keines dieser berühmt berüchtigten Business-Dinners bei dem man so viel Schnaps trinken muss, dass man nach hause getragen werden muss. Ein gemütliches Essen mit allen Kollegen. Zu beginn waren mein Chef, sein Chef und ich die einzigen, die sich wirklich unterhalten haben, aber nach und nach sind auch die Chinesen aufgetaut. Das Essen war lecker aber die Getränke Situation lieβ doch stark zu wünschen übrig. Man musste quasi um ein neues Bier betteln und dann, plötzlich und unerwartet war das Bier aus. Sowas würde es daheim nicht geben! Und das auch noch in einem guten Restaurant.

Gestern war ich bei meiner ersten traditionell Chinesischen Massage ohne Happy-Ending - um etwaigen Scherzen vorzuwirken :D
Für unter 15€ gab es eine 60 minütige Massage! Das wird jetzt öfters gemacht. Der nächste Termin (dieses Mal 90 min) ist bereits gebucht. Ein klein wenig Luxus sollte man sich doch gönnen.

Garten-im-CompoundDas ist übrigens der Blick aus meinem Büro auf den Park, der zu unserem Compound gehört. Sieht schön aus und eignet sich wunderbar für einen kleinen Spaziergang nach dem Mittagessen.

Heimweh-ZahnseideEndlich habe ich kein Heimweh mehr! Jetzt da ich mir meine Zähne mit – Heidelberg – Zahnseide reinigen kann. So ein Glück aber auch :D

Liebe Grüβe aus China!

9
Apr
2013

Herr K. und das System

Jemand musste Hannes K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte wurde er einfach nicht bezahlt.

Ja so beginnt ein weiteres Kapitel meines harten Alltags im fernen China. Die eigendliche Überweisung von Geld steht am Ende eines laaaangen Prozesses. Wir schreiben den 9. April anno 2013 und ich hätte vor nunmehr 11 Tagen mein klägliches Gehalt für die ersten !6! Arbeitstage erhalten sollen. Gestartet ist der Bezahlungsprozess bereits am 15. des letzten Monats.

Ich reiche meine Anwesenheit ein – mein Chef sagt „approved“ – die HR-Dame sagt mir wie viel ich fordern darf – Ich stelle die Summe in ein Portal ein – Die HR Dame checkt das – Die Chefin von der HR Dame checkt den Antrag ebenfalls weil es Spaβ macht – Ich drucke ein Formular aus – Mit Bastelspaβ und Klebestift klebe ich FaPiaos (Lustige Quittungen mit rotem Stempel) im Gegenwert der Forderung auf Blätter, welche ich an den Antrag hefte – Ich gebe es bei der Post ab – die Post braucht Shanghai-Intern gerne 3 Tage – die Finanz Dame bekommt mein Schreiben – laut Firmen Politik muss 8 Tage gewartet werden bis das Geld überwiesen wird – Feiertag hier in China – MIST! Spaβ, Freude und kein Geld! Fast kafkaesk!

Diesen Monat ist das ja halb so wild, da ich eh nur um die 150 Euro bekomme. Aber im nächsten Monat hatte ich ehrlich gesagt vor mit dem Geld meine Miete zu bezahlen. Ich bin jetzt seit dem 25. Februar im schönen China und habe noch keinen Cent gesehen...

Gestern habe ich dann zum groβen Gegenschlag gegen das System ausgeholt! Im gegensatz zu Kafkas Figuren lasse ich mich nicht einwickeln. Nachdem meine freundliche HR Dame fast nichts unternommen hatte und die Finanz Dame nur Unverständliches von sich gegeben hat habe ich nach mehrmaligem Nachhaken endlich herausgefunden wo mein Gehalt hängt. Ich habe nach dem sammeln aller Informationen endlich den unheilvollen Weg, denn ich oben abgebildet habe, nachzeichnen können. Ein anschlieβendes Gespräch mit der freundlichen HR Dame sollte die Lösung für die Zukunft bringen.

Nach längerem dikutieren und sinnvollen Äuβerungen wie „normalerweise funktioniert es“ (aus gut unterrichteter Quelle weiβ ich, dass das Blödsinn ist) und nachdem ich angeboten hatte gerne auch mit ihrem Vorgesetzten zu sprechen, willigte sie nach hartnäckigem und wiederholten „Nein ich finde es nicht in Ordnung alles so zu lassen und mal zu gucken was passiert“ plötzlich ein den Bezahlprozess schon früher zu starten und würgte mich ab.

Toll! Eine mündliche Zusage das irgendwas irgendwie vielleicht früher gemacht wird... Im anschlieβenden Chat Gespräch offenbarte sich dann die „Einsicht“. 5 mal teilte Sie mir mit wie lange die Post brauchen würde und das das gar nicht ginge. Erst als ich ihr mit Hilfe der Infos aus der Finanz Abteilung eindeutig vorgerechnet habe, dass der angestrebte Zahltag selbst bei Lieferung am Start Tag des Bezahlprozesses, nicht einzuhalten ist, hatte ich es geschafft. Mit einer anschlieβenden E-Mail wurde alles noch einmal schriftlich festgehalten. Ich darf meinen Mist 5 Tage früher einreichen.
Reimbursement
So sieht es aus wenn ich meine Lohnabrechnung mache! Um den vorgezogenen Prozess zum laufen zu bringen bedurfte es übrigens lediglich drei weiterer E-Mails und eines Chat Gespräches. Lang lebe die HR!

Ob es nächsten Monat funkioniert? Wer weiβ...



Liebes Tagebuch. Ich möchte dir natürlich auch noch kurz von meiner letzten Woche berichten! Gearbeitet wurde nur bis Mittwoch und danach war Programm mit Marco angesagt. Wir hatten eine tolle Zeit. Die rechte Mischung aus Nightlife und Kultur.Alt-und-Neu
Man kann zwar nicht behaupten, dass Marco seine Liebe zu China entdeckt hat, aber ich glaube es hat ihm Spaβ gemacht. Samstag waren wir in Suzhou. Das ist eine „kleine“ Stadt im Nord-Westen von Shanghai. Die als „Venedig Chinas“ bezeichnete Stadt hat noch so manches, dass Maos Horden stehen gelassen haben.
Leider ist es wie in jeder chinesischen Stadt. Sehenswürdigkeiten liegen weit auseinander. Nachdem wir gemütlich mit dem Zug in Suzhou angekommen waren dachten wir, dass die Innenstadt nicht all zu groβ sei und haben uns zu Fuβ auf den Weg gemacht. Als wir am Ende des Tages im Süden der Stadt angekommen sind, haben uns die Füβe wehgetan! Schade ist bei aller Schönheit der einzelnen Sehenswürdigkeiten vor allem die Hässlichkeit der restlichen Stadt! Das Venedig Chinas... Naja!
Schön war es dennoch!
Garten

1
Apr
2013

Österliche Eintragungen

Letzte Woche ist es nichts mehr mit Arbeit geworden. Sehnsüchtig habe ich die ganze Woche darauf gewartet mit einer Aufgabe ausgestattet zu werden. Auβer der ein oder anderen kleinen Unterstützung meiner chinesischen Kollegen mit deutschen Dokumenten war das Warten vergebens. So blieb mir nichts anderes übrig als mich weiterhin der Urlaubsplanung und dem frühen nach Hause gehen zu widmen. In Sachen Urlaub ist nun ein Durchbruch zu vermelden. Endlich weiß Luisa wann sie in den Sommersemesterferien für zwei Wochen Karten malen darf. Endlich konnten wir die Daten für den Urlaub fix machen! Leider kann sie dadurch jedoch nicht wie geplant in China vorbeikommen. Wir werden jetzt vom 05.09. bis 12.10. von Hanoi bis Saigon in Vietnam und dann durch Kambodscha bis Siem Reap reisen um dann von dort aus zurück zu fliegen! Bäm!

Samstag waren Henrik und meine Wenigkeit wieder im Rahmen der „spanish connection“ zum Essen weg. Dieses mal war der Anlass eine Geburtstagsfeier von uns bislang unbekannten Menschen. Wie uns gesagt wurde ein schwuler doppel Geburtstag mit 20 Leuten. Und so haben Henrik und ich uns dann auch gleich überlegt wer von den Anwesenden denn das schwule Pärchen sein könnte. Wie sich beim anschließenden Karaoke singen eindeutig herausstellte, waren bis auf Henrik, dem Freund von Elia, einem verheirateten Polen alle schwul :D. Natürlich wurden auch Henrik und ich zunächst für ein Pärchen gehalten und teilweise wurden wir auch ein klein wenig abgegraben. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht!
Essen
Hier seht Ihr noch ein Bild von unserem Tisch im Restaurant. Als wir gegangen sind sah es aus als hätten wir gerade erst begonnen, so viel Essen stand dort. Wir haben uns dann einiges einpacken Lassen. Ich kann nun auch mit Stolz berichten, dass ich meinen ersten Hühnerfuß gegessen habe. Eigentlich knabbert man nur die Haut ab, die ganz lecker gewürzt ist. Besonders appetitlich ist es aber nicht und als einer der Zehen abgebrochen war und ich ihn im Mund hatte wurde mir schon ein klein wenig anders...
Ostern-in-China
Gestern war Ostern! Auch in China und zwar dank mir! Mit Hingabe habe ich am Tag zuvor noch schnell Eier bemalt. Von meinem französischen Mitbewohner kam am nächsten Morgen, als ich die Eier mit einem von Luisa gestifteten Osternest auf dem Frühstückstisch drapiert hatte nur ein lächelndes „Were you really that bored yesterday?“. Aber diese Franzosen bemalen auch gar keine Eier. Kulturbanausen, elende! :D
3-in-Shanghai
Mit der Ankunft von Marco und unserem gemeinsamen Weiβwurstfrühstück war es ein sehr gelungener, wenn auch in keiner Weise traditioneller Oster-Sonntagmorgen! Nach dem Bierkonsum haben wir uns natürlich in die höchste Bar der Stadt auf gemacht. Für 10 Euro gab es dort gleich noch den „höchsten“ Cocktail der Stadt dazu. Nach einem Besuch am Bund haben wir uns dann erschöpft und früh ins Bettchen gelegt!
Marco bleibt noch bis Montag. Ich gehe mal von einer interessanten und spannenden Woche aus, die im übrigen heute morgen mit der Erteilung von Arbeit sehr vielversprechend begonnen hat!

25
Mrz
2013

Hallo Tagebuch

Bis auf eine wundervolle Nachricht aus Karlsruhe war diese Woche sehr ruhig. Julian und Markus haben ihren Flug gebucht und werden mit mir zusammen Ende Mai 2 Wochen in China verbringen! In der Arbeit habe ich mich fast ausschließlich mit privatem, wie meinem Lebenslauf und einem Excel Tool für die Finanzen beschäftigt. Freitag waren wir dann erst einmal in einer super Studentenkneipe. Bier für 1,20 und großer Burger für 2,50 €. Danach ging es in eine "deutsche" Brauerei auf ein 5€ Weizen und direkt weiter auf eine Apartment-party. Die Leute haben uns allerdings gar nicht gefallen. Spoiled Kids! In den Club bin ich danach nur noch mit weil er auf halber Strecke nach hause lag.

Samstag war dann wieder IKEA angesagt. Auch Henrik wollte sich noch häuslich einrichten. Davor sind wir noch in ein billiges chinesisches RestaurantIMG_1283 eingekehrt und haben alles falsch gemacht! Anstatt ein paar wenigen DimSums haben wir 2 Teller voll bekommen, anstatt Bohnen irgendwas anderes, anstatt Hühnchen Omelett und anstatt Schweinefleisch in Soße haben wir ultra widerliche Knorpel Fett keine Ahnung was bekommen. Wir vermuten Schweineohr :D. Die Bedienung wollte uns noch warnen aber naja - wir wollten nicht hören.
Als wir nach Hause gekommen sind, hat sich Henrik als Frisör betätigt. Das Ergebnis ist äußerst zufriedenstellend!
Tappanyaki
Abendessen gab es anschließend im japanischen Restaurant mit der Gruppe, die wir durch die Freundin von Henrik kennengelernt haben. Ich nenne sie die „spanish connection“, da fast jeder aus dieser Gruppe aus einem spanisch sprachigen Land kommt oder aber spanisch spricht. Genau mit diesen Leuten waren wir nach dem Essen Karaoke singen bis um 4 Uhr morgens. Wobei wir dabei nicht in einer Kneipe, sondern in einem eigenen Raum waren.

Die Abende fangen hier in Shanghai schon sehr früh an. Es ist völlig normal sich bereits um 7 zu treffen. Man isst zusammen und geht dann gemeinsam weg. Diese Esskultur, die es hier gibt finde ich fantastisch. Als Freund von gutem Essen ist es einfach super sich oft zum Essen zu treffen. Auch, dass man meist nicht sein eignes Gericht bestellt, sondern dass immer wieder neue Kleinigkeiten kommen und man sich die Rechnung einfach zum Ende hin teilt ist fantastisch. Ich weiß, dass eine Umsetzung in Deutschland alleine an der Beschaffenheit der Restaurants scheitern würde, dennoch ist diese Art von Lebensstil auf jeden Fall etwas, dass ich gerne aus China mitbringen möchte!
Wettertechnisch tut sich hier hoffentlich bald mal etwas. Wie gesagt hatten wir schon einen Tag mit 27 Grad. Momentan sind wir allerdings wieder bei 5-12 Grad. Natürlich weiß ich, dass es bei euch nicht unbedingt wärmer ist. Dennoch müsst ihr wissen, dass ich beim Packen von 15-17 Grad ausgegangen bin. Wie Henrik gestern wieder festgestellt hat, ist meine WG auch einfach SUPERKALT. Die Klimaanlage funktioniert zwar auch als Heizung, der Effekt ist aber sehr gering. Als guter deutscher Ingenieur sind mir solche Entropiemaschinen natürlich auch ein Dorn im Auge und so ist mein bester Freund momentan die IKEA Decke.
Einkaufen ist in China nicht so toll wie gedacht. China – Das Land der billigen Kleidung? Ne! Westliche Sachen sind teurer und einen anständigen chinesischen Laden muss ich erst noch finden. Schuhe lass ich mir jetzt aus Deutschland mitbringen. Nur ist die groβe Frage ob das auch klappt. Zalando hat sich entschlossen meine Schuhe einfach irgendwohin nach Norddeutschland zu schicken. Eine sehr nette und überraschte Frau hatte dort dann meine Schuhe, die Rechnung auf meinen Namen und die angegebene Lieferadresse in der Hand. Morgen schickt sie die Schuhe weiter. Momentan zweifle ich daran, dass diese bis Samstagmorgen in Schriesheim eintreffen werden...

Was steht nun diese Woche an? Nun ja nicht viel. Unter der Woche werde ich wohl versuchen endlich meine Erkältung loszuwerden. Mein Chef hat mir gerade versprochen, dass ich morgen neue Arbeit bekäme und solange ich nichts habe beschäftige ich mich mit dem Blog, einer geplanten Bewerbung als Werksstudent bei L’Oreal und der am Ende diesen Praktikums anstehenden Reise mit Luisa in Asien. Es gibt also sinnvolles zu tun und wer würde dafür nicht gerne auch noch bezahlt werden!
Meine Aufgabe diese Woche wäre dann noch Weizenbier zu kaufen, was kein Problem ist. Henrik darf Brezeln besorgen und Marco (ein Freund von daheim) , der ab Sonntag 6:00 für eine Woche auf der Durchreise nach Australien bei mir wohnen wird, bringt dann Weißwürste und süßen Senf mit.

Wird wohl ganz nett. Kommt doch auch mal vorbei :)

18
Mrz
2013

Liebstes Tagebuch

Es ist Montag morgen kurz vorm Mittagessen.
Gesundheitliche Verfassung: mäβig
Finanzielle Situation: Teures Wochenende!

Jetzt habe ich es endlich mal geschafft in Shanghai wegzugehen! Leider habe ich mich pünktlich zum Wochenende erkältet... Aus diesem Grund wollte ich am Freitag auch fast nicht mit auf die Hausparty, auf welche mich meine Mitbewohnerin eingeladen hatte. Jetzt bin ich froh es gemacht zu haben!
Henrik und ich sind mit Latitia zu eben jener Veranstaltung gagangen. Es waren fast 100 Leute da und wir konnten einige neue Leute kennenlernen. Zudem habe ich meibn allererstes Bier-Pong Spiel gegen die angeblich Besten gewonnen!! Leider habe Henrik und ich in dem Zweiten Spiel danach grandios gegen zwei Französinnen, die auch noch nie gespielt hatten, verloren...
Am nächsten Tag ist um 11 Uhr Edin zu mir gekommen. Das ist der Typ den ich im Flugzeug kennengelernt ahebe und der, da er auβerhalb von Shanghai wohnt, bei mir geschlafen hat. Nachdem wir Henrik (der in der Nacht davor noch in einen Club gegangen ist) wachgeklingelt hatten sind wir los auf den Fake Market. Was soll man sagen: Das mit dem Handeln sollte ich wohl noch mal üben :D:)Schweinegesicht
Auβerdem haben wir uns noch ein wenig die Stadt angeguckt und waren unter anderem in einem riesen Lebensmittel Kaufhaus! Komplettes eingeschweiβtes Schweinegesicht gefällig? Abends waren wir dann von Thommy (Einem deutschen, den wir am Samstag davor bei der Dinner Party kennen gelernt hatten) eingeladen worden in einem Reataurant zu abend zu essen.
Elf Leute, so viel essen bis niemand mehr konnte und das ganze für nur etwa 15 Euro! Wie üblich hatten wir einen runden Tisch mit Drehscheibe darauf und immerwieder kammen neue Schalen mit anderem Essen. Dazu noch die Internationalität der Mitesser. Das ist einfach top!
Nach dem Essen haben wir 3 (Henrik, Edin und Ich) uns dann ins Taxi gesetzt um in einen Club zu fahren, in dem bereits Leute die wir vom Abend davor kannten, waren.
Was soll man sagen: FURCHTBAR! In dem Club (der immerhin keinen Eintritt gekostet hat) waren hauptsächlich Chinesen. Die Westler haben sogar umsonst Vodka-O bekommen. Man konnte allerdings nicht wirklich von Stimmung sprechen. Ständig gab es Live Acts mit leicht bekleideten Westlerinnen, die irgendwo getanzt oder sogar gesungen haben. Die Musik war zwar okay aber man konnte kaum tanzen. Der gesamte Club bestand zum Groβteil aus Tischen an denen die Chinesen mit jeder Menge Moet-Flaschen und sonstigem super teuren Zeug saβen... Das versteht man in China also unter Party :D
Besonders nervig waren auch die Securyties, von denen es super viele gab und den Reinigungskräften, die sich zwischen die tanzenden drängen um einzelne Kippen aufzufegen... Zudem dachte der DJ er müsse singen.
Danach waren wir in einem trashigen kleinen Club. Der war absolut in Ordnung.

Das war also das erste richtige Shanghai-Nightlife Wochenende. Ergebnis: Viel ärmer und nicht wirklich geünder :)

14
Mrz
2013

Liebes Tagebuch

Hallo, da bin ich wieder!
Meine Schnitzel waren gut. Zwar musste mein Mitbewohner doch überrschend weg, aber ich glaube, dass hat ihn mehr geärgert als mich. Meine Arbeit läuft echt gut. Ich wurde gestern schon wieder zum essen eingeladen und bekomme jetzt wohl sogar noch einmal 20 Yuan Essensgeld pro Arbeitstag. Mein Aufgaben werden nun auch interessanter, nachdem ich mit dem aktualisieren und katalogisieren von zigtausend Links in einem Exceldokument des Todes fertig geworden bin.
Seit Samstag ist nun auch Henrik in Shanghai. Für alle, die ihn nicht kennen: Er war in Tills Klasse und hat mit mir zusammen Saxophon in der Schul-BigBand gespielt. Jetzt macht er wie ich ein Praktikum bis ende August. Es ist super jemanden in Shanghai zu haben, den man schon länger kennt!
Gleich als er angekommen ist, sind wir am Samstag erstmal in der Stadt rumgelaufen. Samstag war der wärmste Tag im März seit 140 Jahren und man konnte bei 27 Grad super im T-Shirt durch die Gegend laufen. Als ich am morgen ins Fitnessstudio gegangen bin hatte ich sogar kurze Hosen getragen. Nur war ich damit der einzige. Die Chinesen auf der Strasse hatten teilweise sogar noch Daunenjacken an. Das macht mir Angst vor der Hitze die noch kommt :)
Pudong-bei-Tag
Eine Bekannte von Henrik (Elli) hat uns dann mit auf ein WG-Dinner genommen. Sie ist Spanierin und die meisten anderen waren auch entweder aus dem spanischsprachigen Ausland. Alle waren bereits berufstätig. Gekocht hatte eine Thailänderin. Sehr Lecker!
Später bin ich noch mit in eine Bar/Club. Dieser Abend hat mir meinen ersten Kater in Shanghai eingebracht :D
Pudong-bei-Nacht
mit-Henrik-in-der-Bar
Am Dienstag habe ich mich dann mit Henrik in der Stadt getroffen. Eigendlich wollten wir billig essen gehen. Merke: der Jing'an Bezirk ist kein guter Ort dafür! Am Ende haben wir für Burger, Bier und Coctail (auch weil ich an diesem Tag erfahren hatte, dass ich extra Auslandsförderung von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekomme) über 30 Euro ausgegeben. Für westliches Essen in Shanghai normal, für Essen allgmein allerdings astronomische Summen.
Hier ein Bild vom Jing'an Tempel:
Jing-An-Tempel
Morgen gehts mit der WG auf eine Privatparty, Am Samstag kommt dann morgens ein Praktikant, den ich im Flugzeug kennengelernt habe und der auch bei mir übernachten wird, da er 60 km auβerhalb arbeitet. Wir werden dann zusammen mit Henrik und Elli auf einen Fake Market (ja so heiβen die :D) gehen und abends werden wir auch noch was finden. Wird wohl ein einigermaβen vernünftiges Wochenende :)

6
Mrz
2013

Ab gehts mit der Arbeit

Das war wohl nichts mit dem Feiern :D
Aurelien hatte schon Donnerstag und Freitag getrunken und hat versagt. Obwohl alle so scharf aufs feiern waren, sind wir eigendlich hauptsächlich Taxi gefahren! In zwei Bars waren wir. Am Ende haben sich alle bei mir für meine erste Nacht in Shanghai entschuldigt. Aber was solls! Immerhin bin ich sechs Monate hier.
Sonntag habe ich mir dann ein Fitnesstudio gesucht. Was soll man sagen. Fitnessstudieos gehören nicht zu den billigen Dingen in China. Auch hier kann man nur Verträge über ein Jahr abschließen. Meine Mitbewohner hatten mir geraten hart zu verhandeln aber obwohl ich am Sonntag gesagt habe, dass es zu teuer ist und wieder gegangen bin, wurde mir kein besserer Preis angeboten. 45€ zahle ich jetzt umgerechnet für jeden meiner sechs Monate. Tja!

Mein Chef ist dafür super! Nicht nur, dass er mir 9 Tage Urlaub gibt, er wird mir auch bestätigen, dass ich dennoch jeden Tag dabin um das gesamte Gehalt zu bekommen. Werde hier nicht direkt bezahlt sondern eher entschädigt. So muss ich bis zum 15. des Monats eine Anwesenheitsliste an meinen Chef und im CC einer HR Tante schicken. daraus wird mein Anspruch berechent, den ich anschließend nur gegen FaPiaos (Spezieller Quittungen mit dem roten Stempel) erhalte. Anscheinend dauert das ganze so lang, dass es bis zu drei Wochen im neuen Monat dauern kann bis ich mein "Gehalt" bekomme. Mein Chef hat sogar schon Quittungen gesammelt um es mir einfacher zu machen!
Die Aufgaben werden teilweise stumpf sein. Allerdings werde ich wohl einiges vom Project Engeneering und Project Management mitbekommen. Da die meisten Projekte bis zu vier Jahre dauern werde ich die Möglichkeit bekommen in sogenannten Studien mitzuarbeiten. in diesen werden die Projekte so gut es geht vorgeplant und die Grundlagen für die anschließende Arbeit gelegt.
Das Essen ist super. Für 12 Yuan (1,50 €) bekomme ich mehr als ich jemals essen könnte.
Lecker-Essen
Leider gibt es bislang keinen anderen Praktikanten im Büro. Heute habe ich erfahren, dass eventuell jemand im Mai kommen könnte. Mit den chinesischen Kollegen redet es sich nicht so einfach. Aber dafür habe ich ja meine WG.
Freitag mache ich für alle Schnitzel mit Bratkartoffeln. Dafür habe ich gestern schon angefangen Brot für die Semmelbrösel zu trocknen. Um die Ecke gibt es übrigens einen riesigen Supermarkt, der sogar eine Importecke hat. Deutsches Brot, Bier und guter Käse werden mich wohl über ein wenig Heimweh hinweg retten. Dienstags und Freitags liefert bei uns sogar eine deutsche Bäckerei aus. Das wollen wir mal ausprobieren. Zur Not geh ich in den IKEA. Da ist es auch wie zuhause. :)

1
Mrz
2013

Liebes Tagebuch...

Die Ankunft in Shanghai war einfacher als gedacht! Den Weg zum Hostel habe ich ohne Probleme gefunden. Die Fahrt mit dem Transrapid hat sich leider nicht gelohnt. Zwar habe ich damit etwa 20 min Fahrzeit eingespart, der von mir erhoffte Blick auf die Stadt blieb allerdings aus...
Sofort nachdem ich geduscht hatte, habe ich mir eine Handynummer besorgt. Das war auch wieder erstaunlich einfach. Nachdem sich ein Mitarbeiter mit etwas Englischkentnissen gefunden hatte, wurde mir mein Wunsch von ihm auf einen Zettel geschrieben. Der nervigste Teil war es dabei danach zu warten bis meine Nummer von den Sachbearbeitern aufgerufen wurde (~60 min). Ausgestattet mit der Nummer habe ich sofort Aurielien angerufen, der als einziger auf meine Wohnungsanfrage von Deutschland aus geantwortet hatte. Er hat mir dann sofort die Adresse geschickt und mich zu einer Besichtigung am gleichen Abend eingeladen. Nachdem ich furchtbar lange umherrgeirrt war (Google maps hat den Ort grandios falsch angegeben), konnte ich mir die Wohnung und deren Bewohner ansehen. Zwar ist sie nicht ganz sauber aber in noch in Ordnung und das obwohl 2x die Woche eine Putzfrau kommt. Den Abwasch erledigt dann auch meist die Putzfrau was für mich, als Freund der sauberen Küche doch ein wenig befremdlich ist. Die Wohnung ist Teil einer großen Anlage mit 5 Hochhäusern. Diese hat einen kleinen Laden, einen Swimmingpool der wie ich hoffe im Sommer auf Vordermann gebracht wird und extra Securitys (was auch gut so ist, denn die Türen sind ein Witz. Mein Balkon im 1. Stock hat kein Schloss!!!).
Wohnung-vorher-und-nachher
Blick-vom-Balkon
Blick-auf-meine-Wohnung
Der Spaß kostet mich incl. Nebenkosten etwa 370€, was fast 3/4 meines "Gehalts" ähhh meiner Aufwandsentschädigung ist. Meine Mitbewohner sind Aurelien (25, Franzose mit sehr gutem Englisch, Seit 2 Jahren in Shanghai, arbeitet als Klimatechnik Ingenieur), Latitia (auch Französin mit perfektem Englisch, seit 6 Monaten da, studiert Chinesisch) und Analia (Chinesin mit perfektem Englisch und ein wenig Deutsch, arbeitet wo weiß ich noch nicht). Es ist keine Zweck WG!!! Anscheinend gehen die 3 auch heftig feiern. Am Samstag muss ich mir davon wohl oder übel ein Bild machen ;).
Gestern war ich dann bei IKEA! Ich hab mich richtig zuhause gefühlt!! Allerdings muss ich mir noch eine Matratzenauflage kaufen! Chinesische Matratzen sind wie ein Brett!!!
Momentan ist es super super kalt und unsre Wohnung hat natürlich keine Heizung. Das wird aber bestimmt bald besser!

Heute war mein erster Arbeitstag, der suuuuper angerangen hat... Ich wohne sehr nah an meiner Arbeit (weniger als 30 min von Tür zu Tür) als es heute morgen geregnet hat habe ich mir nichts dabei gedacht. Auf dem Weg von der Metro zu meinem Arbeitsplatz habe ich dann wieder die durch Google angezeigten Ort anvisiert. Leider wieder falsch... Dazu kam, dass ich beim gucken auf mein Smartphone in eine gigantische Pfütze gelaufen bin, so dass meine Füße super nass geworden sind - und das blieb den ganzen Tag so. Als ich dann endlich auf der richtigen Spur war, bin ich natürlich noch auf dem Gelände herumgeirrt und musste insgesamt 3 mal feststellen, dass ich zum falschen Gebäude gelaufen war. Gott sei dank hatte ich die Adresse auch auf Chinesisch sonst würde ich vielleicht immer joch herumirren! Zu allem Unglück hat sich dann auch noch mein Schirm in seine Einzelteile aufgelöst wodurch ich wie ein begossener Pudel hier angekommen bin. Nach den Formalitäten wurde mir mein Platz gezeigt. Leider ist fast niemand aus meinem Team da. Mir wurde gesagt ich könnte mich jetzt bis zum Nachmittag beschäftigen bis min Laptop kommt... Immerhin: es gibt Kaffee! Außerdem bin ich nicht der einzige neue. So kann ich mich immerhin mit dem Tailänder Kittipong unterhalten :) Ansonsten habe ich hauptsächlich gekritzelt.
Erster-Arbeitstag Mittags waren wir dann in der Kantine. Gutes Essen für 1,8 €, da kann man nichts sagen!! Danach habe ich unzählige Hände von Kollegen geschüttelt. Mein Chef ist übrigens ein Deutscher - noch habe ich ihn aber nicht kennengelernt. Den Leiter des ganzen Ladens (auch deutsch) habe ich allerdings auch schon kennengelernt. Ein super lockerer Typ - so gehört sich das!
Die arbeitszeit von 8h kann ich mir selbst einteilen.
Nachdem ich dann endlich meinen Laptop bekommen habe, habe ich mich schleunigst vom Acker gemacht um mir im IKEA noch eine Matratze zu leisten. 6 Monate sind eine lange Zeit und anständig schlafen ist eine gute Sache!

Heute haben wir noch gemütlich Bier getrunken. Morgen wird dann Latikas Töffel Test, mein Einzug und mein erster Arbeitstag gefeiert. Mal schauen was so in Shanghei los ist. :)

Zu guter Letzt wieder zur Rubrik "Only in China". Dieses mal aber leider nicht Lustig. Mitten auf der Straße verkauft jemand Welpen und Häschen. Während ich schon recht angewiedert die Szene Fotografiere fällt auch noch der Stapel von Käfigen um... Oh man!
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